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Ein Wenig geschichte

Die Hochebene von Lusern war bereits zur Bronzezeit bewohnt, wie die Überreste vorgeschichtlicher Kupferschmelzöfen und die Auffindung von Manufakten im Rahmen von Ausgrabungskampagnen bezeugen. Die Ansiedelung zimbrischer Bevölkerungen trat jedoch erst ab 1200 ein, als Siedler aus Bayern und aus einigen Tiroler Tälern sich hier niederließen und begannen, das Gebiet urbar zu machen und auch einige verstreute Bauernhöfe bildeten. Die ersten Bauten wurden mit dem Blockbausystem errichtet, d.h. mit überlagerten und überkreuzten Balken. Das Dach bestand aus Schindeln (Latten aus Lärchenholz), die mit großen Steinen beschwert wurden. Das Eintreffen neuer Familien und der Zuwachs der Bevölkerung machten den Bau neuer Häuser notwendig. Dabei trat nach und nach der Stein an die Stelle des Holzes. Die neuen Bauten wurden unmittelbar neben den alten errichtet. Da es vor Ort keinen Sand gab und die Bewohner arm waren, gab es bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nur wenige verputzte Häuser. Charakteristisch für die Luserner Häuser sind daher die dicken Mauern aus unverputztem Kalkstein. Generell bestanden die Häuser aus einem Erdgeschoss/Tiefparterre, das als Stall und Gerätelager diente, einem ersten Geschoss, das als Wohnung diente, und einem Dachgeschoss, wo Heu und Nahrungsmittel gelagert wurden. Ein Außentreppe aus sorgfältig behauenem Stein, an deren Ende sich generell ein überdachter Balkon aus Holz befand, gestattete den Zugang zum ersten Stockwerk

MUSEUMSHAUS „HAUS VON PRÜKK“

Das Museumshaus „Haus von Prükk“ entstand aus der konservativen Restaurierung eines antiken Wohnhauses, das im Verlauf der Zeit seine Merkmale als zimbrisches Bauernhaus aus dem neunzehnten Jahrhundert beibehalten hatte. Ausgehend von einem äußerst charakteristischen, aber inzwischen stark geschädigten Gebäude wurde auf Betreiben des Kulturinstituts Lusern eine Restaurierung aller Räume und der ursprünglichen Einrichtung vorgenommen, um das historische Gedächtnis eines typisch zimbrischen Wohnhauses zu bewahren.

Das Haus von Prükk befindet sich in der Piazzetta C. Battisti/Pill im historischen Kern des Orts und umfasst zwei getrennte Gebäudeteile, die sich sowohl durch das Baujahr als auch durch die Bauweise unterscheiden und auf jeweils drei und vier Stockwerken angelegt sind.

Der nördlich gelegene Teil des Gebäudes wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in zwei Phasen errichtet. In der ersten Phase wurden das Tiefparterre (Ställe und Kellerräume) und das erste Stockwerk errichtet. Wenige Jahre später wurde das Gebäude aufgestockt und nahm das Aussehen an, das es heute noch zeigt. Die wenigen weiteren Baumaßnahmen, die bekannt sind, waren auf eine hölzerne Ausfachung des Dachgeschosses beschränkt, die in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts durch eine gleiche Struktur aus Stein ersetzt wurde. Darüber hinaus wurde das ursprüngliche, durch einen Brand im Jahr 1911 zerstörte Lärchen-Schindeldach durch Zinkblech ersetzt.

Nicht mit Sicherheit bekannt ist dagegen das Datum der Errichtung des südlich gelegenen Gebäudeteils, der vermutlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts realisiert wurde. Bei Nachforschungen in den Archiven konnte nur festgestellt werden, dass das Gebäude im Jahr 1856 äußerlich die Merkmale aufwies, die durch die Restaurierungsarbeiten wieder hergestellt wurden.

Das „Haus von Prükk“ stellt ein Mittel zur Bewahrung der historischen Erinnerung der lokalen Gemeinschaft dar: ein Museum des Volksbrauchs, aber auch ein lebendiger Ort, wo an warmen Sommerabenden die Geschichten aus der Vergangenheit wieder aufleben und mit der Unverfälschtheit von einst überliefert werden können.