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Beerensammeln

Das Sammeln der Früchte des Unterholzes war zu Ausgang des Sommers die Tagesbeschäftigung der Luserner Frauen und stellte ein nützlicher Beitrag zum Einkommen der Familie dar. Man bedenke, dass man in der schlechten Jahreszeit nichts beibringen konnte, denn jede Art von Arbeit musste bis zum Frühling hinausgeschoben werden. Deshalb sammelten die Frauen in den Monaten August und September die Früchte des Unterholzes. Man musste sich schon vor Tagesanbruch auf den Weg machen, um bei Sonnenaufgang bereits die großen Lichtungen zu erreichen, wo man Himbeeren (hennepern), Walderdbeeren (roatpern), Heidelbeeren (sbartzpern) und Brombeeren (murn) sammeln konnte. Diese Früchte wurden bei der Rückkehr ins Dorf sofort verkauft. Der wichtigste Abnehmer von Himbeeren war die Fa. Zuegg in Lana in Südtirol, während die anderen Früchte an die Hotels und Restaurants der Zone verkauft wurden. Der Wald von Lusern war und ist noch immer reich an Steinpilzen (brigalde). Man musste viele Stunden lang suchen, um fünfzehn-zwanzig Kilo Pilze zu sammeln, daher nahmen die Frauen Polenta (pult) und Käse (khes) mit, die sie während der kurzen Rastpausen verzehrten. Der Verkauf der Pilze an die Geschäfte brachte ca. 50-60 Cent pro Kilo ein. Man konnte jedoch sehr viel mehr einnehmen, wenn man die Pilze direkt auf dem Markt in Trient verkaufte. Auch heute noch ist das Sammeln von Steinpilzen, wenn auch in sehr beschränktem Maß, für manche älteren Frauen des Dorfs ein kleines Zusatzeinkommen zur Ergänzung der Pension.