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Holzverarbeitung

60% des Gemeindegebiets von Lusern ist von Mischwald bedeckt. Zu den meistverbreiteten Baumarten gehören Fichte (vaücht), Buche (puach) und Tanne (tånn). Weniger häufig, jedoch durchaus in ansehnlicher Zahl vorhanden sind Lärche (lèrch), Kiefer (vor) und Esche (esch).

Für die Herstellung von Fenstern, Möbeln, Dachbalken und Bohlen für Fußböden wurde Fichtenholz verwendet, das sowohl wegen seiner Beständigkeit gegen kaltes Klima als auch wegen seiner vielfältigen Verwendbarkeit ideal war. Aus in Richtung der Maserung geschnittenem Lärchenholz wurden Schindeln hergestellt, d.h. als Ziegel verwendete Holzleisten, die nach der Verarbeitung einen Zentimeter dick waren und, mit großen Steinen beschwert, zur Dacheindeckung dienten. Fast alle Häuser von Lusern hatten ein solches Schindeldach, bis ein im Jahr 1911 ausgebrochener Brand diese Art von Dächern fast im ganzen Dorf verwüstete. Beim Wiederaufbau wurde daher zur Dacheindeckung verzinktes Blech verwendet.

Zwischen Ende des neunzehnten und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts erleichterte der Bau von Straßennetzen zu militärischen Zwecken den Transport des Holzes zu den Verkaufs- und Verarbeitungsgebieten, wodurch der Holzhandel stark begünstigt wurde. Zwischen 1942 und 1943 spielte auch die Latschenkiefer eine wichtige Rolle, deren Holz in den Stahlwerken von Padua als Ersatz für Kohle verwendet wurde, so dass zum Schlagen des Holzes zimbrische Arbeiter eingesetzt wurden. Das Schlagen von Holz und die eventuelle Wiederaufforstung stellten für die lokale Gemeinschaft stets einen guten Beitrag zum Einkommen der Familien dar. Jugendliche und Frauen wurden auch zur Säuberung der Wälder von Astwerk und Rinden eingesetzt. Unverzichtbar war für die Familien von Lusern die Beschaffung von Brennholz für den häuslichen Gebrauch, das zur Versorgung der Öfen zum Heizen der Häuser und zur Zubereitung von Speisen benötigt wurde. Diesbezüglich spielten die Frauen von Lusern eine bedeutende Rolle, denn gerade sie waren es (die Männer waren fern, weil sie andernorts arbeiteten), die das Holz für den Winter herbeischaffen mussten. Ein Großteil des Waldes war jedoch Eigentum der Gemeindeverwaltung, so dass eine gute Alternative zum Erwerb von Waldfläche das Sammeln von Reisig (raisar), Rinde (roge) und Strünken (stokh) war, d.h. die Nutzung all dessen, was bei der Arbeit der Holzfäller auf dem Gelände zurückblieb. Das Holz wurde dann ordentlich in den Dachstöcken oder unter den Balkonen gestapelt und sehr sparsam verbraucht. Noch heute beantragen die Luserner bei der Gemeinde ein Stück Wald, um sich mit Holz zu versorgen. Das letzte Wort gebührt jedoch denjenigen, die den Waldbestand pflegen, d.h. der Forstbehörde, die sowohl die Anzahl der zu fällenden als auch die Art der neu zu pflanzenden Bäume bestimmt.