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Klöppelspitzen

Schon vor über einem Jahrhundert gab es nachweislich in Lusern eine renommierte Schule für antike Spitzenkunst, d.h. die Kunst des Klöppelns (in zymbrischer Sprache: Knöpln). Man erzählt, viele der prunkvollsten Kleider der Damen des neunzehnten Jahrhunderts seien gerade von den geschickten Händen Luserner Frauen bestickt worden. Im Unterschied zu anderen Spitzen, die aus einem einzelnen Garnfaden mithilfe von Nadeln, Häkelnadeln oder Stricknadeln hergestellt werden, werden Klöppelspitzen durch Verflechten einer unbegrenzten Zahl von Garnfäden erzielt. Auch in Lusern ist die Herstellung von Spitzen eine tief verwurzelte Kunst, unterstützt durch eine Schule, die gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts viele Frauen des Dorfs diesem Beruf zuführte, so dass sie mit ihrer Arbeit, wenn auch in bescheidenem Maß, zum Unterhalt der Familie beitragen konnten. Die Ereignisse der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts (Brand im Jahr 1911, Erster Weltkrieg, Umsiedelungen, Emigrationen) führten zur Aufgabe dieser traditionellen Arbeit. Seit November 1996 hat das Kulturinstitut Lusern einen Klöppel-Kurs eingerichtet, eine Initiative, die dank der Unterstützung und Erfahrung von zwei Lehrerinnen aus Rovereto (TN) möglich wurde: Cesara Perini und Enrica Dalaiti. Dank dieser Initiative konnte auch ein Teil der typisch lokalen Klöppelbriefe gerettet werden und die Klöppelschule von Lusern setzt ihre Tätigkeit noch heute unter der klugen Leitung von Barbara Pierpaoli fort. Zur Herstellung von Spitzen dieser Art benötigt man ein Klöppelkissen, Klöppel, Garn, Nadeln und einen Klöppelbrief. Das Klöppelkissen ist ein zylinderförmiges, mit Spänen gefülltes und mit Stoff bezogenes Kissen, auf dem der Klöppelbrief der herzustellenden Spitze befestigt wird. Die Klöppel, auf denen das Garn aufgewickelt wird, sind aus gedrechseltem Holz und haben die Form einer kleinen Spindel mit einem Kopf, an dem das Garn aus Leinen oder Baumwolle fixiert wird. Die Nadeln müssen mit einem Kopf versehen sein, weil sie zum Feststecken der Geflechte dienen. Für jede Klöppelspitze wird eine exakte Vorlage des Musters benötigt, das hergestellt werden soll. Die Klöppel dienen zum Verdrehen und Überkreuzen der Garne. Mit diesen beiden Bewegungen werden Halbschläge und Flechter in den unterschiedlichsten Kombinationen hergestellt.